Skip to main content English

Psoriasis und das Risiko für die Transition zur Psoriasisarthritis

Die Bedeutung der raschen Diagnose und Therapie der Psoriasisarthritis - In etwa 2–3 % der Erwachsenen in Europa sind an Psoriasis (Pso) erkrankt, wovon etwa jede:r Dritte innerhalb von ca. 8–10 Jahren eine Psoriasisarthritis (PsA) entwickelt.
Die Inzidenzraten der PsA bei Psoriasis-Patient:innen werden zwischen 0,27 und 2,7 pro 100 Personenjahre geschätzt, mit einer in etwa gleichmäßigen Verteilung auf Männer und Frauen.

Fakten der Rheumatologie - Dr. Victoria Konzett

KA für Rheumatologie - Medizinische Universität Wien

Als häufig schmerzhaft und destruierend verlaufende Erkrankung kann die unkontrollierte PsA irreversible Gelenkschäden mit funktionellen Einschränkungen und chronischen Schmerzen verursachen. Obwohl in der Behandlung der PsA in den letzten Jahrzehnten mit der Entwicklung von biologischen und synthetischen Antirheumatika (DMARDs, Disease-modifying antirheumatic Drugs) große Fortschritte erzielt werden konnten, sind eine vollständige Kontrolle der Erkrankung und ein komplettes Verhindern von klinischer oder radiographischer Progression bei vielen PsA-Patient:innen nach wie vor nicht möglich.

Window of Opportunity. 

Hierbei scheint der frühen und raschen Krankheitskontrolle im Kontext der kurz- und langfristigen Prognosebesserung eine wesentliche Bedeutung zuzukommen. So spricht man hier unter anderem von einem “Window of Opportunity”, also einer plastischen Phase in der frühen Krankheitsentwicklung, in welcher der immunvermittelte Entzündungsprozess noch verändert, abgeschwächt oder sogar verhindert werden kann. Dies unterstützend hat z. B. eine irische Kohortenstudie bei 238 PsA-Patient:innen eine signifikante Krankheitsprogression bei nur 6-monatiger Diagnoseverzögerung gezeigt (Odds Ratio für die Entwicklung peripherer Erosionen: 4,25; 95%-KI 2,23–7,99; p < 0,001). Eine rasche Diagnose und Therapie der manifesten PsA werden jedenfalls in verschiedenen Behandlungsrichtlinien empfohlen.